STOP Das geht uns alle an!

Gewalt an Kindern:

STOP Das geht uns alle an:

Eine internationale Fachtagung der Thomas-Morus-Akadmie beschäftigte sich im Oktober 2021 unter anderem mit Gewalterfahrungen, denen Kinder oft ausgesetzt sind. Auch Mitglieder des Vereins „Sicheres Leben“ konnten daran teilnehmen.

Nicht selten belastet das Erleben von Gewalt Kinderseelen ein Leben lang auch bis in die nachfolgenden Generationen hinein. Gerade der sexuelle Missbrauch an Kindern hat für die Betroffenen unbeschreibliche Auswirkungen.

Der Umgang mit Kindern und Jugendlichen nach Todesfällen, schweren Verletzungen und nach sexuellem Missbrauch stellt Eltern und Angehörige, Einsatzkräfte der Polizei und den Rettungsdiensten, Kriseninterventionsteams, Notfallseelsorger und auch Mitarbeitende in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und in der Trauerbegleitung vor besondere Herausforderungen.

Eines der Schwerpunktthemen war die sexualisierte Gewalt an Kindern. Ingo Wünsch, der Direktor des Landeskriminalamts NRW, schilderte eindrucksvoll am Beispiel der Fälle in Münster,

Bergisch Gladbach und Lüdge das Leid und die Not der betroffenen Kinder und die Herausforderungen bei der Aufklärung für die Ermittler. Zitat: „Das Netz ist dunkler als der dunkelste Wald und viel gefährlicher…“

Sexuelle Gewalt gegen Kinder im Internet nimmt immer dramatischere Ausmaße an. In Chats, Messengern und sozialen Netzwerken kursieren Millionen von Bildern und Videos mit Kinderporno-Darstellungen – und jeden Tag kommt eine Flut von neuem Material hinzu!

Auch Kinder und Jugendliche selbst teilen leichtfertig solche Inhalte – und vergrößern damit das Leid der Opfer! Tatsache ist: Die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen ist ein Verbrechen!

Mit einer Serie von Artikeln und Videos unterstützt FOCUS Online eine Kampagne der Polizeilichen Kriminalprävention gegen die Verbreitung von Kinderpornografie. Die Kampagne Sounds Wrong wendet sich an alle: Kinder und Jugendliche, Eltern, Lehrer, Erzieher, Trainer, Politiker. Das Thema geht jeden von uns an! 

Gabriele Schmidthals-Pluta, Vorsitzende Verein Sicheres Leben e.V.

Kirche:
Trauriges Ergebnis in München

Das vor Kurzem in München vorgestellte Gutachten zum Umgang mit sexualisierter Gewalt in der Erzdiozese München und Freising belastet unter anderem den emeritierten Papst Benedikt XVI. schwer. Das von einer Rechtsanwaltskanzlei erstellte Gutachten sieht ein Fehlverhalten auf Seiten Benedikts in vier Mißbrauchsfällen.

Die Untersuchung nennt mindestens 497 Opfer zwischen 1945 und 2019. Kardinal Marx: „Ich bin erschüttert und beschämt […] Die Mißbrauchskrise ist und bleibt eine tiefe Erschütterung für die Kirche.“ Von einem „Bild des Schreckens“ sprach der Gutachter Ulrich Wastl.

„Das Recht jedes Kindes auf gewaltfreie Erziehung geht weit über den Verzicht auf körperliche Bestrafungen hinaus. Es ist eine Frage der gesellschaftlichen Haltung. Die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz ist ein längst überfälliger Schritt, um die Rechte der Kinder auf Schutz, Förderung und Beteiligung zu stärken.“

Ekin Deligöz, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes.