Klimaschutz im Focus

Bürgermeister Michael Wörle (Gastbeitrag)

Klimaschutz im Focus

Der Stadtrat Gersthofen hat sich 2020 verpflichtet, das Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit in den Fokus des Handelns zu rücken. Die große Herausforderung ist nun, diese Absichtserklärung in konkrete und sichtbare Aktivitäten zu überführen. Hierbei gibt es Ziele, welche kurzfristig erreicht werden können, aber natürlich auch viele langfristige Herausforderungen. Diese Mammutaufgabe auf dem Weg zur Klimaneutrali- tät Gersthofens kann nicht nebenbei erledigt werden.

Mit Julia Ferstl und Ulrike Seibert wurden zwei Klima- und Nachhaltigkeitsmana- gerinnen im Jobsharing eingestellt. Die Kolleginnen erarbeiteten zu Beginn ein Programm mit 8 übergeordneten Handlungsfeldern:

•Nachhaltiges Bauen, Sanieren und Planen – z.B. klimafreundliche Gebäudestandards als Vorgabe bei Planung, Sanierung und Bau

•Mobilität – z.B. mehr Ladesäulen für Elektromobilität

•Energiesparen und Energieeffizienz – z.B. Nutzung von Abwärme

•Erneuerbare Energien – z.B. Einbau von Wärmepumpen, Solarthermie oder Photovoltaikanlagen

•(Bewusstseins)-Bildung – Umweltbildung

•Kommunaler Klimaschutz in der Kommune – z.B. Einsatz von LED-(Straßen)beleuchtung, begrünte Dächer (Bio- diversität)

•Kommunaler Klimaschutz in der Verwaltung – z.B. Bewegungsmelder in den Gängen der Verwaltungsräume

•Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Information – z.b. regelmäßige Informationsveranstaltungen zu wichtigen Umweltthemen in Gersthofen

Zu diesen Handlungsfeldern wurden über 60 konkrete Ziele beschlossen, welche im Zeitverlauf konkretisiert, angepasst und natürlich auch ergänzt werden müssen.

Zum Beispiel beim Bauen, Sanieren und Planen wird es künftig konkrete Vorgaben für Bürger, Unternehmen und die Verwaltung geben müssen. Wie sieht künftig eine klimaneutrale Energieversorgung aus, welche Gebäudestandards sollen festgelegt werden, wie kann dies in die Bebauungspläne eingearbeitet werden? Das Ge- samtpaket dieser Maßnahmen und deren Umsetzung ist im Landkreis einzigartig und sollte Ansporn für andere sein, sich ebenfalls ernsthaft und nicht nur populistisch mit dem Thema zu beschäftigen.

Die Klimakonferenz in Glasgow hat nicht zu dem Ergebnis geführt, wie sich dies Deutschland erhofft hatte. Umso wichtiger wird sein, wie nun auf Bundes- und Landesebene die konkreten Schritte zeitnah angegangen werden. Ohne entsprechende Förderprogramme für Bürger, Unternehmen aber auch Kommunen wir dies nicht die notwendige Geschwindigkeit erreichen.

Es bleibt abzuwarten, unter welchen Rahmenbedingungen für Bürger und Kommunen der Weg zur Klimaneutralität möglich sein wird. Eine gemeinsame Anstrengung auf allen Ebenen ist hierzu notwendig. Ich habe das Gefühl, dass die Mehrheit der Bürger hier schon zu mehr bereit sind, als die Politiker in München und Berlin. Gerade die junge Generation erwatet zu Recht nicht nur Antworten, sondern Maßnahmen. Neben vielen Sonntagsreden bedarf es jetzt konkreter, mutiger und großer Schritte.

Ein einfach „weiter so“ oder „aber bitte nicht so schnell“ darf es nicht geben. Wer so denkt, redet und handelt, hat den Ernst der Lage nicht erkannt.

Michael Wörle