Simone Strohmayr (SPD) – eine starke Frau im Bayerischen Landtag „Mehr Wir und weniger Ego“

Simone Strohmayr (SPD) – eine starke Frau im Bayerischen Landtag „Mehr Wir und weniger Ego“

„Ich bin schon seit 2003 im Bayerischen Landtag. Das ist nun fast 20 Jahre her, und es ist inzwischen meine vierte Legislaturperiode. Man kann sagen, dass ich also ein „alter Hase“ oder sagen wir besser eine „alte Häsin“ bin“, sagt Simone lächelnd. Mit dem Landkreis Augsburg ist sie nicht nur als Kreisrätin tief verbunden. Ihre Eltern leben in der Region und die Familie ihres Mannes ist aus Stadtbergen. Seit Mai dieses Jahres ist sie Fraktionsge- schäftführerin unserer SPD im Landtag. Zwei Aufgabenschwerpunkte, die sie schon lange begleiten sind die Themen Bildung und Frauen.

Der Zustand unserer Demo- kratie bereite ihr große Sorgen, sagt sie. „Eine aktuelle Anfrage hat gezeigt: Im Jahr 2020 ist die Zahl der antisemitischen Straftaten in Bayern gegenüber dem Vorjahr um knapp 15 Prozent gestiegen. Und zudem hat sich ergeben, dass jede sechste antisemitische Straftat, die 2020 in Bayern begangen wurde, von einem Jugendlichen verübt wurde. Die jüngsten Straftäter waren sogar nur zwölf Jahre alt. Das ist ein erschreckender Befund, der überdeutlich zeigt, dass der Staat hier gegensteuern muss. Wir brauchen mehr Medienbildung und Demokratieerziehung an unseren Schulen. Wir müssen Antisemitismus noch entschiedener bekämpfen!“

Aber auch andere Themen sind für die Landtagsfraktion der SPD besonders wichtig: „Bayern nach der Corona-Krise, gleiche Bildungschancen und faire Arbeitsbedingungen, Demokratie und Antisemitismus, Umwelt und Nahverkehr, das sind ein paar Beispiele. Natürlich stellt sich für uns die Frage, wie Bayern nach der Pandemie wieder fit gemacht werden kann. Nur ein Beispiel: 21 Prozent mehr Kinder blieben in dieser Zeit im Vergleich länger in der Kita. Das bedeutet in der Folge große Herausforderungen für die Kommunen, zum Beispiel für Gersthofen, weil zusätzliche Kita-Plätze notwendig geworden sind.“

Ich frage Simone, was sie bis jetzt wohl am meisten berührt habe während ihrer Land- tagszeit? „Da brauche ich nicht lange überlegen“, sagt sie und berichtet vom Sitin im Jahre 2019 anlässlich des Weltfrauentages. „Das war einzigartig! Mehr als 150 Frauen aus ganz Bayern waren gekommen, um im Landtag für Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Politik Probe zu sitzen. Es waren Frauen von zwei bis 90 Jahren aus zahlreichen Frauenverbänden, vom Stadtbund

Münchner Frauenverbände, den „Omas gegen Rechts“, der Katholischen Arbeiterbewegung, der Polizeigewerkschaft und dem Journalistinnenbund und viele mehr. Von unserem Ziel – 50 Przzent Frauen in den Parlamenten – sind wir jedoch in Bayern noch weit entfernt. Im Landtag ist in der jüngs- ten Legislaturperiode der Anteil der Frauen von zu- letzt 31 Prozent auf 26 Prozent gesunken. Da ist noch jede Menge Luft nach oben.“

Ich bekomme den Eindruck, dass Simone Strohmayr optimistisch nach vorne blickt: „Wir sind 22 männliche und weibliche Abgeordnete, eine wichtige Opposition und eine starke Stimme, wenn es um Themen wie Bil- dungsgerechtigkeit, Chancen für alle, gleichwertige Lebensverhältnisse, Integration, Inklusion und eine lebenswerte Umwelt geht. Unsere Frakton ist vor allem auch ein entscheidendes Ge- gengewicht zu allen antide- mokratischen Tendenzen.“

Simone wünscht sich mehr Miteinander, weniger persönliche Befindlichkeiten und eine starke Gemeinschaft, die weiterhin die Interessen ALLER Menschen in diesem Land berücksichtigt. Mehr Wir und weniger Ego. Auch in der Politik, an einem Strang ziehen für eine lebenswerte Umwelt, für gleichwertige Chancen, gleiche Arbeitsbedingungen für Männer und Frauen und eine gute Zukunft für unsere Kinder.“

(Interview: Josef Pröll)

Simone Strohmayr (SPD): Mitglied des Bayerischen Landtags, Kreisrätin, Fraktionsgeschäftsführerin, Frauenpolitische Sprecherin der Bayern SPD-Land- tagsfraktion, Mitglied im Bildungsausschuss.
(Bild: Simone Strohmayr).