Stolpersteine – keine Hindernisse!

Über 70.000 sind inzwischen in Europa verlegt:

Stolpersteine – keine Hindernisse!

Kommentar von Peter Schönfelder

Stolpersteine sind keine Hindernisse eines schlecht gepflasterten Weges. Stolpersteine, sind Mahnmal und Gedenkstein zugleich. Sie sind ein später Dank an jene Menschen, die sich der braunen Barbarei des Nationalsozialismus widersetzten und somit dafür eintraten, dass es auch ein anderes Deutschland gab. Dass wir, dass unser Land kurz nach der Befreiung vom Faschismus, so schnell in die internationale
Staatengemeinschaft aufgenommen wurde, haben wir den Männern und Frauen zu verdanken, die damals ihr Leben riskiert haben und in den meisten Fällen von den Nazis ermordet wurden. Seit 1996 verlegt der Künstler Gunter Demnig die von ihm gestalteten Stolpersteine. Sie sollen
an die Widerstandskämpfer*Innen erinnern, aber auch an alle anderen Opfer des Naziregimes, die zum Beispiel wegen ihrer körperlichen und
geistigen Beeinträchtigung, aus rassischen Gründen oder wegen ihres Glaubens, von den Nazis verfolgt wurden.

In fast allen europäischen Ländern, die oftmals auch Zuflucht für die Verfolgten und Bedrohten waren, erinnern über 70.000 Stolpersteine an die Verfolgten und Opfer der dunkelsten deutschen Geschichte. Somit sind die Stolpersteine ein internationales Kunstwerk, das in seiner Tragweite kaum richtig eingeschätzt wird.

In Gersthofen wurden vor wenigen Monaten auf dem westlichen Fußweg der Ludwig-Hermann-Straße fünf Stolpersteine verlegt. Sie sind jeweils dort verlegt, wo der letztbekannte Wohnort der Verfolgten war. Ich wohne in der Ludwig-Hermann-Straße und von Zeit zu Zeit laufe ich auf diesem Fußweg. Wenn ich die goldstrahlenden Stolpersteine am Boden sehe, erfüllt mich eine tiefe Betroffenheit, gepaart mit dem Gedenken an ehemalige „Gersthofer“, auf die wir alle stolz sein können.

[Text: Peter Schönfelder | Bild: Josef Pröll]