Starker Betriebsrat: Industriepark Gersthofen geht mit gutem Beispiel voran

Nahezu 100%ige Übernahmequote

Der Gersthofer Industriepark hat gut aufgestellte Betriebsräte. Im Industriepark wurden im März sieben Gremien neu gewählt. Die Wahlbeteiligung zwischen 78% und 95% zeigt, dass die Mitarbeiter eine starke Vertretung wollen. Im Organisationsbereich der IG Bergbau Chemie Energie wurden trotz des allgemein zu beobachtenden Rechtsrucks in der Gesellschaft keine rechten Listen eingereicht- so auch nicht im Industriepark.

“Die neuen Gremien haben die Arbeit als Interessenvertretung der Arbeitnehmer aufgenommen- eine Hunderttage-Frist gibt’s bei uns nicht” so Wolfgang Hosp, BR-Vorsitzender beim Industrieparkbetreiber MVV/IGS. MVV/IGS ist der Standortbetreiber und bildet für die anderen Firmen derzeit ca. 100 junge Menschen aus.

Es heißt immer am Ball bleiben, denn in diesem Konstrukt aus 12 Firmen am Standort, die aus der ehemaligen Hoechst AG hervorgegangen sind, kommt es immer wieder zu einem Besitzer-Wechsel bei den einzelnen Firmen. Dann ist der Betriebsrat besonders gefordert, die bestehenden guten tariflichen Regelungen und Kollektivvereinbarungen gegen die Begehrlichkeiten der neuen Besitzer zu verteidigen. Dabei geht es immer wieder auch um die Anzahl der Auszubildenden, welche die einzelnen Firmen bei der MVV/IGS ausbilden lassen. “Ausgebildete Chemikanten sind in der Region nicht zu haben, deshalb muss jetzt gehandelt werden” so Richard Tschernatsch, BR-Vorsitzender von Clariant. “Die Firmen beklagen zwar den Arbeitskräftemangel, aber wenn es darum geht, als attraktiver Arbeitgeber aufzutreten, verlässt sie der Mut.

Auszubildende für die chemische Industrie zu gewinnen, stellt zwar eine Herausforderung dar. Wenn den jungen Menschen jedoch eine Perspektive geboten wird, z.B. eine Übernahmegarantie, sollte das kein Problem sein.” Bei vielen jüngeren Menschen stehen Lebensqualität und soziale Kontakte im Vordergrund, Geld ist nicht die Hauptsache. Schichtarbeit ist nicht unbedingt ein Arbeitszeitmodell, das junge Menschen animiert, z.B. den Beruf des Chemikanten zu erlernen. Die Übernahmequote in diesem Beruf liegt bei nahezu 100%. “Neben gezielter Fachkräfteanwerbung an Schulen müssen die Unternehmen auch alternsgerechte und lebenszeitorientierte Arbeitszeitmodelle anzubieten, um diesen Beruf attraktiver zu machen- auch für weibliche Beschäftigte”, so Torsten Falke, Bezirksleiter der IG BCE für Schwaben und Betreuer des Industrieparks. Elternzeit, Pflege von Angehörigen, Zeiten für Qualifizierung und Fortbildung- das sind die Herausforderungen, denen sich die Unternehmen stellen müssen. “Wenn die Unternehmen hier am Industriepark weitermachen wie bisher, werden sie im Wettbewerb um den Nachwuchs das Nachsehen haben”, davon ist Gerald Schiller, BR-Vorsitzender der CABB überzeugt.

Und hier kommen die Betriebsräte zusammen mit der IG BCE ins Spiel. “Unser Tarifvertrag Demografie und Lebensarbeitszeit ist ein guter Anfang und muss weiterentwickelt werden” so Herbert Huber, langjähriges Mitglied in der Tarifkommission der IG BCE. “Wenn wir als Unternehmen und Betriebsräte unserem Anspruch gerecht werden wollen, dass unsere Kollegen nicht nur gesund am Arbeitsplatz bleiben, sondern auch noch was von der Rente haben sollen, müssen wir die Arbeitsbedingungen auf die Herausforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft angleichen”, sind sich die Betriebsräte einig. Dafür setzen sich die Betriebsräte, unterstützt von der IG BCE und ihren Mitgliedern im Betrieb, zusammen mit den Beschäftigten, ein.

Einen Betriebsrat zu haben, ist für jeden Betrieb und für die Beschäftigten eine große Bereicherung! Das Ziel eines Betriebsrats sind: gute, unbefristete Arbeitsplätze und leistungsfähige Beschäftigte in einem gesunden und wirtschaftlichen Unternehmen langfristig zu sichern.

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