Gespräch mit Bürgermeister Wörle

„Während des Studiums habe ich mal zwei Jahre in Augsburg gewohnt, aber sonst bin ich ein Gersthofer“, sagt der erste Bürgermeister, Michael Wörle, den wir im Rathaus treffen. Trotz vieler Termine an diesem Tag, hat er Zeit für uns. Früher war er „kommunalpolitisch zwar interessiert, aber nicht aktiv“. „Früher“ das war die Zeit als er unter anderem nach seinem Studium der Betriebswirtschaft als Diplomkaufmann tätig war. Wir fragen nach, ob sich in seinem Leben seitdem viel geändert hat. „Klar“, sagt er, „man ist eine Person der Öffentlichkeit, man ist ganz anders im Alltag unterwegs und wird auch anders wahrgenommen.“

Wörle bezeichnet sich selbst als „sehr analytischen Menschen“ der sich schnell auf unterschiedliche Situationen einstellen kann. Sein Bürgermeisteramt  sei sehr komplex. „Man hat natürlich, von der Geburt bis hin zum Friedhof, alle Themen, alle Lebensphasen,  die  ein Mensch so durchwandert und mit denen man konfrontiert wird.“ Neben den persönlichen Dingen der Menschen stehen wichtige kommunale Fragen immer im Fokus: zum Beispiel die Infrastruktur des Ortes, vom Kindergarten über Schulen und Seniorenwohnheime, Verkehrsplanung, Wohnraum usw.

Bürgernähe ist für ihn besonders  wichtig. Er möchte für „die Bürger offen sein“, sodass keine Distanz da ist.“ Er brauche die Gefühle und die Emotionen der Arbeiter, der Unternehmer, der Jugendlichen und der Senioren, um „daraus Politik machen zu können“. Gersthofen sieht er als „starken Wirtschaftsstandort von dem wir auch profitieren“. Er hebt die engagierten Bürger, vor allem die Ehrenämter und die Vereine hervor, die Gersthofen prägen und insgesamt „unsere Stadtkultur ausmachen.“

Auch der Bevölkerungszuwachs in Gersthofen und die Zukunft der  älteren  Menschen  interessiert uns. In diesem Zusammenhang sieht Wörle die Situation genau so wie in ganz Deutschland: „Der demografische Wandel wird unsere Gesellschaft verändern, wir werden Wohn- raum schaffen müssen“. Für ihn stellt  sich  auch  eher  die Frage „Was wäre, wenn wir  nichts tun“? Dann gäbe es die Situation, „dass in Gersthofen viele Kinder und Jugendliche, oder junge Leute die gerne bleiben würden, wieder gehen müssen, weil wir einfach keine Räume mehr schaffen. „Das Problem des sozialen  Wohnungsbaus ist, Flächen zu bekommen. Wir sind aber auf der Suche. Auch von Investoren  fordern  wir, dass im sozialen Wohnungsbau Projekte    umgesetzt   werden.“

Neue Wohnflächen und sozialer Wohnungsbau sind wichtig für die Stadtgesellschaft, die immer mehr wachsen wird. Eine der größten Baustellen zur Zeit: das ehemalige Praktiker-Gelände.

Alt werden in Gersthofen, denken wir, kann schon zur Herausforderung werden. „Dem Thema werden wir uns stellen müssen“, sagt der Bürgermeister und erwähnt den Seniorenbeirat:

„Eine Institution in  der  Stadt  die gewählt ist, um die Interes- sen der Senioren zu vertreten.“ Der Beirat ist im Austausch mit der  Politik  und  der Verwaltung.

„Anstehende  Projekte  werden in der Regel auch umgesetzt.“ Wir sprechen viele Problemfelder an. Für Wörle ist es wichtig sich um die Belange der Bürger zu kümmern“. Er möchte auf die Themen, die sie beschäftigen, so gut wie möglich eingehen  und wünscht sich in diesem Zusammenhang noch mehr Bürgerengagement. „Nur so wird sich die allgemeine  Stimmung  in  Deutschland  in  vielen Bereichen nicht weiter verchlechtern“. Das ist ihm für die fried- liche Zukunft besonders wichtig.

(Interview: Hendriks, Text: Pröll)

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